Beste Schneeverhältnisse und das letzte Ferienwochenende haben Winterberg erneut zu einem Magneten für Tagesgäste gemacht. Die Folge: volle Straßen, stark ausgelastete Parkflächen und Wartezeiten – insbesondere rund um die Skigebiete. Entscheidend ist: Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gäste war zu jeder Zeit gewährleistet. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste blieben durchgängig einsatzfähig – dank enger Abstimmung mit allen Beteiligten Behörden sowie den Skiliftbetreibern und eines belastbaren Sicherheits- und Verkehrskonzepts von Stadt Winterberg und der Winterberg Touristik und Wirtschaft (WTW), welches die stark beanspruchte Infrastruktur bestmöglich entlastet.
„Die Sicherheit aller Menschen steht für alle an erster Stelle – und diese war auch an diesem besucherstarken Wochenende jederzeit gesichert“, sagt Michael Beckmann, Bürgermeister der Stadt Winterberg. „Gleichzeitig haben wir großes Verständnis für die Belastungen der Einheimischen und deren Kritik. Volle Straßen und zugeparkte Bereiche sind sehr ärgerlich. Zwar herrschen solche Verhältnisse erfahrungsgemäß nur an wenigen Wochenende im Winter, dennoch arbeiten wir mit Nachdruck daran, diese wenigen Spitzenwochenenden im Winter für alle so erträglich wie möglich zu gestalten“, ergänzt WTW-Geschäftsführer Winfried Borgmann.
Bereits umgesetzte Maßnahmen von Stadt und WTW
In den vergangenen Jahren wurde das Verkehrslenkungs- und Sicherheitskonzept stetig erweitert und sinnvoll ergänzt. Unter anderem wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:
• Mobile Verkehrsdisplays an B 480 und B 236
• Hinweis auf verfügbare Parkflächen, Auslastungen und alternative Ziele – bereits vor Einfahrt ins Stadtgebiet.
• Kombinierte Besucherinformation (digital/analog)Engmaschige Lage-Updates über winterberg.de, die Social-Media-Kanäle der Ferienwelt, Hinweise auf verkehr.nrw sowie Informationen über regionale Medien (u. a. Radio Sauerland, WDR, Westfalenpost).
• Skibus Winterberg (Wochenenden im Winter)
• Takt zwischen Bahnhof/Innenstadt und Skigebieten: alle 30 Minuten; innerhalb der Skigebiete Verdichtung bis auf 15 Minuten. Anbindung u. a. an Neuastenberg, Altastenberg, Sahnehang. Empfehlung: Anreise mit der Bahn (z. B. ab Dortmund) und Umstieg in den Skibus.
• Konsequente Kontrolle des ruhenden Verkehrs
• Bis zu 17 Einsatzkräfte (darunter drei festangestellte Politessen, zusätzliche externe Sicherheitskräfte, Kommunaler Ordnungsdienst) an Spitzentagen; Priorität für freie Rettungswege, abgestufte Ahndung von Verstößen bis hin zum Abschleppen.
• An den Wochenenden eine Bereitschaft der Feuerwehr im Feuerwehrhaus Winterberg.
• Runder Tisch und enge AbstimmungRegelmäßiger Austausch mit Liftbetreibern, Behörden und Partnern zur Optimierung der Lenkung an Spitzenwochenenden.
„Wir steuern und informieren gemeinsam mit den Skiliftbetreibern so früh und so transparent wie möglich – auf der Straße, online und in Echtzeit. Das entlastet, wenn viele Faktoren gleichzeitig aufeinandertreffen“, sagt Winfried Borgmann. „Unsere Appelle, mit der Bahn anzureisen und den Skibus zu nutzen, sind ernst gemeint – sie machen das Erlebnis für alle entspannter. Leider werden sie zu wenig angenommen.“ Klar sei, dass in den vergangenen Jahren insbesondere der Zustrom der Tagesgäste an den Spitzen-Wochenende bei Schneefall und in den Ferien erheblich zugenommen habe. „Da kommt unsere Infrastruktur einfach an ihre Grenzen, dennoch tun wir alles, um für Entlastung zu sorgen.“
In Arbeit und in Planung
Damit diese Entlastung gelingt, wird weiter an Maßnahmen gearbeitet, die dafür sorgen sollen, dass die Situation sich so gut wie möglich entschärft. Dazu zählen unter anderem:
• Ausbau von Parkkapazitäten am Bremberg
• Verkehrslenkung bereits auf den übergeordneten Straßen, um den Verkehr zu entzerren
• Anträge der Stadt (z. B. Linksabbiegespuren, Sperrung einzelner Zufahrten, Ausbau von Kreisverkehren, digitale Displaylösungen) liegen bei zuständigen Stellen. Auch wenn diese bereits abgelehnt würden, werden die Anträge seitens der Verwaltung aufrecht gehalten.
• Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts und Umsetzung der Maßnahmen ist beauftragt
Mediale Sogwirkung: realistisch einordnen
Winterberg ist beliebt und begehrt – schöne Bilder von frischem Schnee sowie Vorberichte in Medien und sozialen Netzwerken verstärken die Reiselust verständlicherweise. „Diese Sogwirkung lässt sich nur begrenzt steuern. Wir berücksichtigen sie in unserer Planung – durch frühzeitige Hinweise, Kapazitätsmeldungen und Hinweise auf Alternativen in der Region“, so Borgmann. An den wenigen Spitzen-Wochenenden sei die Attraktivität der Tourismus-Destination Winterberg Fluch und Segen zugleich. „Der Tourismus ist und bleibt Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber Nummer 1 sowohl direkt als auch indirekt branchenübergreifend. Auf der einen Seite ist die enorme Nachfrage ein Zeichen dafür, dass wir qualitativ hervorragende Angebote haben. Dies hilft unserer Wintersport-Branche, die sich sehr engagiert einbringt bei allen Maßnahmen, unmittelbar und den Branchen, die ebenfalls davon profitieren über Aufträge und Kundenfrequenz. Auf der anderen Seite ist es mehr als verständlich, dass eine temporär überlastete Infrastruktur zu Sorgen und Kritik führt.“
Transparenz: Antworten auf die häufigsten Fragen
Die Stadt informiert unter www.winterberg.de/verkehrsfragen umfassend zu Strategie, Zuständigkeiten und Maßnahmen – von Verkehrsdisplays bis Skibus, von Kontrollen bis Rettungswegen. „Wir nehmen die Sorgen, Ängste und den Ärger unserer Bürgerinnen und Bürger ernst und setzen auf offenen Dialog sowie nachvollziehbare Maßnahmen. Die Sicherheit bleibt bei allen Maßnahmen oberstes Gebot. Nur gemeinsam gelingt die Balance zwischen einem attraktiven Tourismusstandort und der Lebensqualität für unsere Bürgerinnen und Bürger. Mein Dank gilt allen, die sich engagiert dafür einsetzen, diese stark frequentierten Wochenenden zu meistern, und in danke für die Geduld und das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger“, betont Bürgermeister Michael Beckmann. Man werde weiter gezielt optimieren – mit Blick auf Sicherheit, Erreichbarkeit und Rücksichtnahme, so Beckmann und Borgmann abschließend.
