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Ehrenamt und Wirtschaft im Dialog: Stadt Winterberg ehrt herausragendes Engagement

Winterberg.

Mit einer Premiere und einem klaren Bekenntnis zum Miteinander hat die Stadt Winterberg das neue Jahr begrüßt: Erstmals fand am Freitagabend der Neujahrsempfang gemeinsam mit dem Wirtschaftsempfang als Jahresempfang der Stadt Winterberg statt. Rund 450 Gäste aus Ehrenamt, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft folgten der Einladung in die Stadthalle im Oversum. In seinem Jahresrückblick skizzierte Bürgermeister Michael Beckmann die zentralen Themen von Bürgerbeteiligung bis zur Daseinsvorsorge. Emotionaler Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Winterberg an vier verdiente Persönlichkeiten, die erstmals im Rahmen des Jahresempfangs verliehen wurde.

„Ohne Ehrenamt fehlt unserer Stadt der Zusammenhalt. Ohne Wirtschaft fehlt ihr Stabilität und die Grundlage für Handlungsfähigkeit“, betonte Bürgermeister Michael Beckmann. „Dieser Abend führt bewusst zusammen, was zusammengehört: die Menschen, die unsere Stadt tragen, gestalten und zukunftsfähig machen. Ihr Engagement ist das Fundament unseres Gemeinwesens.“

Verantwortung, Zusammenhalt und Zukunft: Der Jahresrückblick des Bürgermeisters

In seiner rund eineinhalbstündigen Rede zeichnete Bürgermeister Beckmann ein umfassendes Bild des vergangenen Jahres und verband die Themen Demokratie, Ehrenamt, Stadtentwicklung und Daseinsvorsorge zu einem Gesamtbild. Er begann bei der Grundlage des Zusammenlebens: der Demokratie, die von Beteiligung lebe. Als Beispiel nannte er die hohe Beteiligung bei der Diskussion um den Kirmesplatz, aber auch die Herausforderung bei der Windenergie. Die gesetzlichen Vorgaben hätten den Kommunen die Steuerungsmöglichkeiten genommen. „Für mich war und bleibt das ein tiefer Einschnitt in die kommunale Selbstverwaltung“, so Beckmann. Als Antwort darauf habe die Stadt mit dem „Winterberger Weg“ auf Transparenz und Beteiligung gesetzt, um verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen.

Den Kern der Gemeinschaft verortete er im unbezahlbaren Engagement der Ehrenamtlichen, dem „Herz unserer Stadt“. Dieses Engagement, gepaart mit unternehmerischem Mut und strategischen Investitionen der Stadt, sichere die Lebensqualität vor Ort. Als zentrale Erfolge für die Daseinsvorsorge nannte er die Sicherung der ärztlichen Versorgung durch die Praxisübergabe von Dr. Brinkmann an Dr. Lukic-Jablonka und die massiven Investitionen in die Schullandschaft, darunter die millionenschweren Projekte am Gymnasium und der Sekundarschule. Gleichzeitig weitete er den Blick auf die Sicherheit, die heute über den klassischen Feuerschutz hinausgehe. Angesichts neuer Bedrohungslagen wie großflächigen Stromausfällen sei der Bevölkerungsschutz eine zentrale kommunale Aufgabe geworden. Hier müsse man sich vorbereiten: „Nicht mit Angst, sondern mit Verantwortung.“

Der Rückblick schloss mit einem Moment des Innehaltens und der Erinnerung an prägende Persönlichkeiten, von denen die Stadt Abschied nehmen musste, darunter Regina Brinkmann, Peter Korn oder Reinhold Kräling.

Ein Abend der Anerkennung: Ehrenmedaillen für prägende Persönlichkeiten

Im Mittelpunkt des Abends stand die Würdigung von vier Persönlichkeiten, die sich in außergewöhnlicher Weise über Jahrzehnte für die Stadt und ihre Dörfer verdient gemacht haben. Mit der Ehrenmedaille wurden ausgezeichnet:

・Joachim Pape: Für sein 21-jähriges kommunalpolitisches Wirken als Ratsmitglied und Ortsvorsteher von Altastenberg.
・Bernhard Selbach: Für sein über 20-jähriges Engagement als Ratsmitglied und Ortsvorsteher der Kernstadt.
・Rüdiger Rohleder: Für sein jahrzehntelanges, tatkräftiges Engagement für die Dorfgemeinschaft Silbach, in der Kirche und  insbesondere im Schützenwesen.
・Joachim Wahle: Für sein unermüdliches ehrenamtliches Wirken seit seiner Jugend in zahlreichen Vereinen, wie der Schützengesellschaft oder dem Skiklub, und der Kirchengemeinde.

Heimatpreis macht Engagement sichtbar: Von Nachwuchsförderung bis Kultur

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung des Heimatpreises 2025, der vom Land NRW gestiftet wird, um herausragende lokale Projekte zu würdigen. Der Preis macht sichtbar, wie vielfältig und lebendig das Ehrenamt in der Region ist.

Der erste, mit 3.000 Euro dotierte Platz ging an die „Feuerfüchse Langewiese“. Als jüngster Zweig der Freiwilligen Feuerwehr führen sie Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren spielerisch an die wichtige Arbeit der Feuerwehr heran. Das Projekt wurde als herausragendes Beispiel für gelebte Nachwuchsförderung und als wichtiger Grundstein für zukünftiges Engagement gelobt.
・Über den zweiten Platz und 1.500 Euro freute sich der Förderverein für Kultur-, Denkmalpflege und Naturschutz Züschen. Mit der Organisation eines abwechslungsreichen Kulturprogramms bereichert der Verein jedes Jahr das gesellschaftliche Leben und schafft kulturelle Begegnungsorte für alle Generationen.
・Der dritte Platz, dotiert mit 500 Euro, wurde an den Schützenverein Neuastenberg vergeben. In Anerkennung des großen ehrenamtlichen Einsatzes würdigte die Jury die Renovierung der Schützenhalle pünktlich zum 150-jährigen Vereinsjubiläum – eine Investition in die Zukunft des Vereinslebens und den dörflichen Zusammenhalt.

Ein Nachtwächter als Brückenbauer und ein stimmungsvoller Ausklang

Mitten in der Rede des Bürgermeisters sorgte ein unerwarteter Gast für einen ebenso humorvollen wie symbolträchtigen Moment: Ein Nachtwächter in historischem Gewand schritt auf die Bühne, unterbrach den Redner mit einem Augenzwinkern und ergriff das Wort. Mit seiner Laterne leuchtete er charmant in die Gesichter der Zuhörer und erinnerte daran, dass der Zusammenhalt in Winterberg seit jeher eine Stärke sei. Seine Worte waren dabei mehr als nur eine unterhaltsame Einlage; sie schlugen eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und machten auf das bevorstehende 750-jährige Stadtjubiläum neugierig. Dieser warmherzige Appell an die gemeinsame Geschichte und Zukunft wurde vom Publikum mit einem Lächeln und großem Applaus aufgenommen.

Den musikalischen Rahmen des Abends gestaltete die Stadtfeuerwehrkapelle Hildfeld. Im Anschluss an den offiziellen Teil nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch in entspannter Atmosphäre.