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150 Bürgerinnen und Bürger diskutieren Winterberger Weg zur Windenergie

Winterberg.

Ein Thema, das bewegt: Rund 150 Bürgerinnen und Bürger nutzten den zweiten Bürgerdialog zum Winterberger Weg zur Windenergie, um sich zu informieren und aktiv mitzudiskutieren. Die Veranstaltung verlief offen, sachlich und konstruktiv. Dabei wurden auch die unterschiedlichen Sichtweisen deutlich und dass genau deshalb der Dialog so wichtig ist.

Bürgermeister Michael Beckmann erläuterte die Hintergründe des städtischen Ansatzes – und machte deutlich, warum die Stadt Winterberg bewusst die Initiative ergriffen hat, anstatt abzuwarten.

Planungshoheit eingeschränkt – trotzdem aktiv gestalten

Mit dem Inkrafttreten des Wind-an-Land-Gesetzes im Jahr 2023 verloren Kommunen den Einfluss auf die Ausweisung von Windenergieflächen. Diese Entscheidung fiel auf Ebene der Regionalplanung. So wurden seitens der Regionalplanung der Bezirksregierung Arnsberg insgesamt 8 Windenergiebereiche in Winterberg ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund stellte sich die Stadt eine grundlegende Frage: Abwarten, bis sich externe Projektierer die Flächen sichern – oder den Prozess aktiv mitgestalten?

Die Entscheidung fiel klar aus. Die Stadt hat sich dafür entschieden, den Wettbewerb mit den Projektierern aufzunehmen, die noch nicht extern verpachtete Flächen selbst zu entwickeln, die Erlöse in der Region zu halten und sie für das Gemeinwohl zu nutzen. Statt dass die Gewinne abfließen und vor Ort vor allem die Belastungen bleiben, sollen die Erträge aus der Windkraft künftig in Schulen, Feuerschutz, kommunale Infrastruktur und die Arbeit der Vereine fließen. Einen ersten Schritt hat die Stadt bereits getan: Im März 2025 wurden die Stadtwerke Winterberg Energie gegründet.

Konkrete Planungen für zwei Windenergiebereiche
Die Geschäftsführer der Stadtwerke Winterberg Energie, Dr. Norbert Menke und Henrik Weiß, informierten über den aktuellen Planungsstand. Derzeit stehen zwei Windenergiebereiche im Fokus: WEB.001 im Bereich Nordhelle/Blasius zwischen Silbach, Siedlinghausen und Niedersfeld sowie WEB.007 im Bereich Franzosenkreuz/Lagerstein zwischen Kernstadt und Züschen. Zudem wurden die nächsten Schritte im Genehmigungsverfahren dargestellt.

Digitale Beteiligung und Modelle für die Bürgerschaft
Ein zentrales Werkzeug des Abends war das digitale Beteiligungstool Mentimeter. Über das Tool konnten die Teilnehmenden ihre Fragen, Einschätzungen und Stimmungsbilder in Echtzeit einbringen. Die anonymisierte Auswertung machte sichtbar, welche Themen besonders bewegen und wo weiterer Klärungsbedarf besteht. Die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung wurde intensiv genutzt.

Besonders groß war das Interesse an wirtschaftlichen Aspekten, finanzieller Beteiligung und regionaler Wertschöpfung. Viele Teilnehmende signalisierten über Mentimeter, den Prozess auch künftig konstruktiv begleiten zu wollen.

Kämmerer Bastian Östreich stellte konkrete Beteiligungsmodelle vor: eine geplante Bürgerenergiegenossenschaft, eine Bürgerenergiestiftung sowie das sogenannte Bürgerenergiegeld. Diese Ansätze liegen dem Stadtrat zur Beratung vor.„Die vorgestellten Beteiligungsmodelle sind kein Versprechen auf die Zukunft – sondern ein konkreter Weg, wie Winterberger Bürgerinnen und Bürger direkt von der Energiewende profitieren können“, so Bastian Östreich.

Bürgermeister Michael Beckmann betonte gemeinsam mit Dr. Norbert Menke und Henrik Weiß die enorme Bedeutung der Bürgerbeteiligung und des konstruktiven Dialogs:
„Der Winterberger Weg lebt vom Austausch mit den Menschen. Dass so viele Bürgerinnen und Bürger gekommen sind, zeigt das große Interesse – zugleich aber auch, dass noch Fragen und Sorgen bestehen. Entscheidend ist, dass wir im Gespräch bleiben, Transparenz schaffen und den weiteren Weg gemeinsam gestalten.“