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Der Arzt im Ruhestand meint

Pflegende Partner von Demenzkranken haben ein hohes Risiko, selbst dement zu werden. Das legen entsprechende Forschungen nahe. Mögliche Ursachen können gemeinsame Umwelt- oder Lebensstilfaktoren sein, körperliche und psychische Überlastung, gedankliche Fixierung auf die Krankheit, Rückzug, Verlust von sozialen Kontakten. Der ausgelaugte Mensch flieht selbst in die Hilflosigkeit. Die Partner sollten das Risiko kennen und rechtzeitig gegensteuern. Selbstaufgabe hilft dem kranken Partner so wenig wie ein leerer Reservetank. Schon kleine Auszeiten können neue Kraft freisetzen, die Tasse Kaffee mit der Zeitung, ein entspanntes Telefonat, ein Spaziergang ohne notwendige Erledigungen, ein Klönschnack, Sport, Yoga, eine Meditation, ein Rätsel, etwas, was Sie früher gerne gemacht haben. Das ist nicht egoistisch, das ist pure Notwendigkeit. Innehalten, um zu funktionieren, für den Partner, die Partnerin, und um sich selbst zu schützen. Wenn Sie Tagebuch schreiben, vielleicht abends, zur Ruhe gekommen, rückblickend, und wenn Sie selbst darin nicht nur vorkommen, sondern auch eine Rolle spielen, sind Sie auf dem richtigen Weg.