Hätte sie Hände, könnte sie sich diese reiben angesichts ihrer erstaunlichen Karriere: die Kaffeebohne. Einst verpönt und verteufelt als Gift, Droge und Laster, dann verantwortlich gemacht für alle möglichen Krankheiten, ist Kaffee längst das europaweit nach Wasser meist konsumierte Getränk beim Erwachsenen, braucht also wirklich keine Werbung. Trotzdem wundert der rasante Aufstieg in die Superfood-Liga zu Rohkost, Omega3, Antioxidantien und dem anderen als überlebensnotwendig angepriesenen Zeug. Coffein verbessert die Durchblutung und wirkt gegen Entzündungsprozesse, das weiß man schon länger; es senkt das Diabetesrisiko und die Anzahl von Vorhofflimmerattacken, kann vielleicht sogar die Prognose bei bösartigen Krankheiten verbessern. Und es verkauft sich bestens in Shampoo und Haarwasser. Zwei aktuelle große Studien in den USA legen den Schluss nahe, dass Kaffeekonsum die Entwicklung einer Demenz bremsen kann. Wer nachtesten möchte, sollte ein paar Regeln beachten: nicht mehr als 4 Tassen pro Tag, koffeinfreier Kaffee bringt nichts, andere koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Energy Drinks haben Nebenwirkungen, Tee ist nicht getestet worden. Nicht bei unkontrollierter Schilddrüsenüberfunktion und schlecht eingestelltem Blutdruck, und schwanger sind wir auf dieser Seite ja normalerweise auch nicht mehr.
Eigentlich ein Wunder, dass Kaffee noch nicht in der Apotheke verkauft wird.
Eigentlich kein Wunder, dass Kaffee immer teurer wird.




