Aktuelle Situation im OVERSUM Winterberg

Winterberger Rat entscheidet sich gegen unkalkulierbare Risiken

In einer nichtöffentlichen Sondersitzung hat sich der Winterberger Rat gestern umfänglich mit dem Betrieb des Oversum beschäftigt. Ergebnis ist: Man zieht die Bremse und stellt die Weichen neu für nachhaltigen Betrieb des Projektes.

Nach einer gut abgelaufenen Bauphase hakt es im betrieblichen Ablauf

Klappte der Bau vereinbarungsgemäß zeitlich, inhaltlich, auch größtenteils im Rahmen des vorgegebenen Budgets (was ja heute nicht mehr  selbstverständlich ist, wenn man sich Großbaustellen wie den Berliner Flughafen anschaut), zeigten sich leider sehr schnell Schwächen im operativen Alltagsgeschäft der handelnden Betriebsgesellschaften im Oversum. Deren gibt es zwei: die Vital Resort Winterberg GmbH, die die Flächen Bad, Wellness, Sauna, Fitness von der aquasphere Winterberg GmbH angepachtet hat. Auf der anderen Seite die Oversum Hotel GmbH als Betreiber von Stadthalle, Hotel und Gastronomie.
Gespürt haben diese Entwicklungen auch die Bürgerinnen und Bürger, die das Oversum besucht haben, schon länger. So hörte man, es laufe nicht rund, es sei noch nicht so, wie man sich das vorgestellt habe. Diese Hinweise sind seitens der Stadt immer wieder an die entsprechenden Verantwortlichen herangetragen worden. Leider ohne gravierenden Erfolg. Ein kleines Beispiel, eine Kleinigkeit aber mit großer Wirkung: eine fehlende Treppe im Sportbad und im Bewegungsbecken, die den Ein- und Ausstieg für Senioren und Behinderte erleichtern würde.

Synergien werden nicht gelebt, wahrnehmbares Marketing fehlt

Auch gutes, offensives und wahrnehmbares Marketing fehlte. Darauf zu setzen, dass die Menschen das Bad, den Fitness- und Saunabereich etc. schon entdecken und „eh“ besuchen werden, war sicherlich zu kurz gedacht. Hinzu kommt, dass so ein anspruchsvolles großes Projekt wie das Oversum mit sich vielfach anbietenden vernetzenden Möglichkeiten eine große Herausforderung ist, die einheitlicher professioneller Führung und „sich kümmern“ bedarf. Nur so können die notwendigen Synergien, die z.B. die Kostenverläufe und die Erlössituation verbessern, mit Leben erfüllt werden.

Ergebnis nach intensiven Gesprächen: Keine weiteren Zugeständnisse von der Stadt

In den letzten Wochen gab es intensivste Gespräche zwischen der Stadt, den Betreiberge-sellschaften und insbesondere der aquasphere Winterberg GmbH als Eigentümerin des Oversum. Diese sind leider wenig überzeugend verlaufen, so dass der Rat in seiner gestrigen Sondersitzung (28.02.2013) einstimmig entschieden hat, nicht mit der Übernahme zusätzlicher weitreichender Verpflichtungen zu unterstützen, da diese für die Stadt zu nicht
abschätzbaren Risiken geführt hätten.

Die Stadt war nicht nur nicht überzeugt davon, dass Defizite genügend aufgearbeitet und konzeptionell perspektivische Änderungen erarbeitet wurden, sondern zum Schluss war es so, dass die Stadt sich hauptsächlich in erster Linie in die Pflicht nehmen lassen sollte. Das hat die Stadt abgelehnt. Sie hat entschieden, sich erst dann wesentlich mehr zu engagieren, wenn die mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Gesellschaften verbundenen Risiken beseitigt sind. Zusätzlich muss die Stadt Winterberg Einfluss auf die künftige Konzeption ha-ben, damit das Projekt nachhaltig betrieben werden kann.

Dem Rat war bewusst, dass mit seiner Entscheidung noch keine endgültige Lösung verbunden ist, aber die Weichen in die richtige Richtung gestellt wurden. Die Vital Resort Winterberg GmbH wird ein Insolvenzverfahren durchlaufen müssen. Möglicherweise wird es auch zu einer vorübergehenden Schließung des Bades kommen. Das ist kein Anlass zu großer Sorge, denn durch die vertraglich vereinbarten Sicherungsinstrumente, wie z.B. ein Heimfall des Erbbaurechtes, hat die Stadt die Möglichkeit, dann Zugriff auf die Bereiche Bad, Wellness, Fitness, Sauna zu erlangen. Diese sind auch für ein erfolgreiches Betreiben des Hotels von Bedeutung. Dadurch hat die Stadt maßgeblichen Einfluss auf die künftige Gestaltung des Gesamtprojektes. Und das haben die Bürger dieser Stadt auch verdient. Zwölf Jahre Arbeit stecken im Oversum-Projekt. Das Projekt ist im Grundsatz gut und birgt viele Chancen in sich, die genutzt werden müssen.

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